Seit über einem Monat, so ziemlich genau seit meinem Geburtstag am 12.03., ist unsere vermeintliche Normalität nicht mehr unsere ...

Und was soll ich sagen, es gefällt mir sehr gut so!

Natürlich passieren gerade Dinge, die nicht angenehm sind - Menschen sterben, wirtschaftliche und dadurch finanzielle Probleme entstehen für selbstständige und kurzarbeitende Personen, für Firmen jeder Größenordnung. Menschen, die von der Hand in den Mund leben, spüren die Zwangsmaßnahmen "den Lockdown" am ehesten.

Der Artikel "Lockdown" in Deutsch existiert auf Wikipdia übrigens seit dem 31.03.2020 - eine aus Sicherheitsgründen angeordnete Abriegelung des öffentlichen Lebens, s. a. Ausgangssperre.

Genau genommen weiß ich nicht wie es den meißten Menschen wirklich gehr gerade. Wenn ich raus schau ist wenig los, wenn man  nicht gerade auf der Favoritenstraße unterwegs ist scheibar. Ein Arbeitskollege, der dort unterwegs war, hat von Menschenmaßen gesprochen - die unter anderem die Sicherheits-, damals noch Empfehlungen, jetzt Vorschriften in keiner Weise einhalten. Seit dem 14.04. sind wir wieder, ganz offiziell, auf dem Weg in die "Normalität".

Ich kann das Wort "Normalität" mittlerweile schon nicht mehr sehen oder hören!

Für mich, ich weiß, dass diese Beschreibung vollkommen subjektiv ist, bedeutete diese Normalität, dass um 5 Uhr in der Früh der erste Muldentransport samt Anhänger durch die Rötzergasse Richtung Mistplatz fährt, um 7 Uhr ca. der zweite. Auch vor Corona war das so. Ob der sich an die 30km/h Begrenzung hält weiß ich nicht genau. Was mir aber ganz klar ist, ist, dass seine Muldenklinken, oder wie dieses Zeug heißt, die Mulde seit längerer Zeit nicht mehr ausreichend am Transporter befestigt, weil, leere Mulden, beim Überfahren der Niveau-Erhöhungen einen irren Lärm verursachen.

Es ist einfach super um 5 Uhr in der Früh aus dem Bett gehoben zu werden durch diesen Lärm!

Verkehr verursacht, auch schon vor Corona, viel zu viel Lärm. Bin ich der Einzige, der das hört, sind meine Ohren anders konzipiert? Ich schlafe seit ca. 2 Jahren mit Ohrstöpseln.

Für mich war die Verkehrseinschränkung Labsal!

Mir ist auch nicht klar wie Menschen vor Corona, nachdem mir einige Dinge schon sehr viel früher unangenehm aufgefallen sind und ich sie für mich ändern konnte, mit den Anforderungen des Alltags zurecht gekommen sind.

Tagtäglich zur Arbeitsstätte zu fahren, ob mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Straßenbahnen fahren im 3 Minuten Takt und Menschen laufen trotzdem den auch überfüllten nach, um - ja was eigentlich? Um pünktlich in der Firma zu sein? Nicht zu spät zu kommen - eventuell 10 oder 15 Minuten, auch eine halbe Stunde? Um sich mit anderen Menschen am Ort des Geschehens zu treffen, um von dort aus der Wirtschaft zu fröhnen? Um ihre Versprechen, die in Form von Verträgen existieren, einzuhalten? Um das einzige zum Leben zu verdienen, was ein Leben zum großen Teil erst ermöglich in unserem System - Geld? Sind diese Menschen gerne unterwegs, weg von Zuhause, die meiste Zeit des Tages an einem Ort, an dem gearbeitet wird? Wollen Mütter und Väter diesen Druck auch schon auf Kleinkinder übertragen, die nicht aufstehen wollen, nicht frühstücken wollen, sich nicht anziehen wollen, um die Zeit, um die es Zeit wird in die Arbeit zu fahren, dadurch die Kinder in den Kindergärten und sonstigen Schulen abliefern müssen vor dieser Arbeit - sich und der Familie Stress bereiten - um ...?

Tagtäglich staut es sich auf den Einfahrten nach Wien kilometer lang. Jeden Tag, immer wieder. In der Früh Stau nach Wien, am Abend Stau am Weg raus aus Wien.

Das ist unsere Normalität, in die wir zurück geführt werden sollen?

Irgendwie ist es für mich das erste Mal ersichtlich, wie die nicht existierende Normalität auf mich wirkt. Das erschreckende ist, dass diese Normalität nur durch so etwas "mächtiges" wie Corona unterbrochen wird - nur unterbrochen werden kann.

Nicht durch Menschen und ihre Entschlüsse, weil z.B. der Verkehr seit vielen Jahren überhand nimmt in Wien. Nicht durch Menschen, die jeden Tag in überfüllten Straßenbahnzügen oder auf überfüllten Zufahrten immer und immer wieder an den selben Ort fahren, um dort ihren vertraglich festgelegten Pflichten nachzugehen, ihrem Versprechen quasi.

Das ist unsere Normalität?

Menschen, die vor lauter Arbeit viele andere Dinge verlernt haben, weil sie vor lauter zur Arbeit fahren und in der Arbeit verweilen, keine Zeit mehr haben sich um andere Dinge zu kümmern. Menschen, die viel zu wenig Zeit für sich selber haben, für andere haben.

Die Menschen werden jetzt also wieder so agieren wie vor Corona. Sie werden den Weg in die Firma wieder auf sich nehmen, einen Großteil ihrer Lebenszeit wieder dort verbringen, ihr Versprechen halten und nach der vorgeschriebenen Arbeitszeit in die wohlverdiente Pension entlassen werden.

Mit den Firmen wird es wieder bergauf gehen, die durch den "Lockdown" arbeitslosen Menschen werden wieder Arbeit haben, die Politik wird sich die Vollarbeit wieder an die Brust heften können, das Wirtschaftssystem wird wieder unzählige DInge herstellen, die keiner benötigt, Ressourcen der Erde werden verbraucht und ausgeschöpft, Abgase werden wieder die Luft und Abfälle Wasser und Erde verunreinigen - und das immer und immer wieder.

Wie viele Coronas brauchen wir denn, um drauf zu kommen, dass die so genannte "Normalität" nicht qualitativ lebenswert ist?

Vergessen die Menschen zwischen Corona 1 und Corona 2 was war, wie wohltuend wenig Verkehr ist, wie angenehm es ist sich in einer Stadt mehr oder weniger frei bewegen zu können, weil der Verkehr nicht alles einnimmt und bestimmt? Sehen sie nicht, auch schon nach einem Corona Monat, dass die Menschen wieder anfangen Dinge zu tun, für die sie normalerweise keine Zeit haben in unserer Normalität, in die wir wieder zurück geführt werden - weil die führenden Köpfe unseres Staates nicht weiter denken können, als bis zu dem Stand, den sie Normalität nennen und nicht darüber hinaus?

Leute - ich find das vollkommen idiotisch!

Diese führenden Köpfe setzen jetzt also auf Verordnungen, die uns Masken tragen lassen, damit die Normalität wie oben beschrieben, wieder gelebt werden kann? Wobei auch diese Maskenpflicht vollkommenen Unsinn darstellt, einzig und alleine die Eigenverantwortung der Menschen und der momentan eingehaltene Abstand zwischen uns Sinn macht, oder?

Was bitte ist an dieser Normalität erstrebenswert, außer, dass wir sie kennen?

Wir wissen, dass diese Normalität alles was um uns ist vernichtet und aufbraucht. Wir wissen, dass sich wenige Menschen bereichern und viele Menschen Armut erleiden.

Wieso wollen wir dort wieder hin? Wollen wir dort wieder hin? Kann endlich einmal jemand den Mund aufmachen und sagen wie es ihm wirklich geht bitte - wie es ihm geht und wie es ihm ging? Haben Menschen verlernt zu fühlen, zu denken? Ist menschliche Fantasie entschwunden und meinen sie nur mehr eine Normalität leben zu können?

Ich frag ja nur so einmal :)