Anfangs war's purer Spaß an der Sache.
Wenn ich mich zurückerinnere an meine erste Kletterei mit meinem Sohn vor 7 Jahren - an die erste mit Sohn und auch die erste für mich am Fels mit Seil - dann waren das noch ganz andere Gefühle, die da hochkamen.
Letztes Wochenende durchstieg ich mit einem sehr guten Zweiten die Dachstein Südewand, den Pichlweg. War gar nicht so schwer! Den Weg haben wir gut gefunden, das Einstiegsschneefeld ist eine Sache für sich und die Überwindung der Randkluft auch. Dann ging's, auch wegen Gregors scharfen Auge und einer ganz guten Topo, recht geschwind dahin. Das einzige was ich brauch ist Kondition, aber die kommt eh durch's Tun. Den Klettersteig zum Gipfel hätte ich mir am liebsten geschenkt, aber ok, ein Gipfel - und so oft bin ich nicht am Dachstein (hab eh scho wieder eine neue Idee - Ödsteinkante :)
Free solo brauch ich weder den Pichlweg noch den Steinerweg wie's scheint - dafür geh ich nicht klettern. Ich mag es zu zweit, nicht alleine zu sein in einer Tour.
Als ich mit dem Claudius den Johann Klettersteig gegangen bin (den ich einmal brauch und nie wieder), haben wir eine einzelne Person Richtung Südwand gehen gesehen - und dann nochmal oben am Gipfel. Claudius hat ihn gefragt was er gegangen sei - den Pichlweg - alleine. Wozu? Weil er es kann?
Ja eh, jeder wie er/sie will.
Was mir aber auch aufgefallen ist, das Klettern seit Jahren hat mein Gefühlsleben verändert - geht's euch auch so?
Geht es um schwerer und/oder länger wirklich?
Natürlich versuche ich mich zu steigern. Was ich allerdings fühle ist der Verlust der wahren Freude.
Damals war ich berauscht von den Seillängen, dem Ausstieg, es geschafft zu haben, das war Gefühl pur - wahrscheinlich Adrenalin. Heute schaffe ich es und bin nicht berauscht - max. nach den Bieren nach der Tour (in Insider-Kreisen TAB genannt). Es ist nicht so, dass je länger oder schwerer die Tour war, meine Freude proportional zur Tour größer ist.
Was empfinden kletternde Menschen, wenn sie Höchstleistungen vollbringen? Muss man das "sich Freuen" auch trainieren?
Wenn ich mir einen Ondra anschaue, bei Wettkämpfen oder bei seinen Projekten - der schreit sich die Seele aus dem Leib, wenn er was geschafft hat! Vor Freude?
Ich will mich nicht mit dem Ondra vergleichen, auch nicht mit dem Uli Steck oder mit einem Messner. Mich würd nur interessieren was diese Menschen empfinden (oder empfanden) nach einer schweren Kletterei?
Was ist denn dann die Belohnung, wenn ich mich nicht mehr so freuen kann wie früher, nach einer schwereren Tour? Und wenn ich weiter klettere, dann werden es schwerere und/oder längere Touren werden.
Auf ein paar Dinge bin ich aber schon drauf gekommen - ich bin kein wirklicher Hallenkletterer, ich hab's gerne grün um mich in den Bergen und ich bin nicht gerne alleine unterwegs - vielleicht helfen mir diese Erkenntnisse ja auf meinem Kletterweg :)

Matthias hat einfach irgendetwas ausgewählt, wir kannten noch gar keine Topos :)
BILD0017.jpg

Gleich mit normalen Schuhen
BILD0023.jpg
Das war unser Material :)
BILD0029.jpg

wir sind eh nur eine halbe Seillänge rauf gekommen - es war aber super mit einem 11mm Edelweiss Seil, einem Hallen-Tuber, 5 Expressen und 5 Karabiner die ersten Klettererfahrungen zu machen!